Gelenkwellenmanschette gerissen

Mercedes Sprinter 1 (Typ T1N, Baumuster W901-W905) & VW LT 2 - ab 1995 bis 2006
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Gelenkwellenmanschette gerissen

Beitrag von Schnafdolin » 26 Sep 2019 08:53

Jetzt hats unseren auch erwischt. Gestern sehe ich verteilte Fettbatzen hinterm linken Rad...
Lohnt sich der Austausch "nur" der Manschetten oder lieber des kompletten Gelenkes oder gleich der ganzen Welle?
Beim T4 habe ich damit gute Erfahrungen gemacht, dort waren die Manschetten aber erst bei 200.000 und nicht schon bei 160.000 gerissen. Dafür kosteten die neuen Wellen im Zubehör nur 50,- statt 600,- beim Grinsenden ("Freundlicher" geht mir bei solchen Preisdifferenzen schwer über die Lippen!)
Ich bin fast dafür, gleich komplett neue Wellen einzubauen:

Wellen in der Bucht

Gruß aus der fettigen Lausitz

Martin

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destagge
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Re: Gelenkwellenmanschette gerissen

Beitrag von destagge » 26 Sep 2019 09:04

Moin,
wenn das Gelenk i.O. ist, also kein Spiel, keine Grübchen/ Fresser/ Späne, würde ich nur die Manschette tauschen.
Grüße
Michael
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Re: Gelenkwellenmanschette gerissen

Beitrag von Axel » 28 Sep 2019 10:30

mach auf jeden fall auch die getriebeseitige manschette neu, die hält nicht ewig beim 4x4 - sprinter. und gleich beide seiten, die finger sind sowieso schon schwarz. wenn du die wellen auf der werkbank hast, schau dir die ABS-geberringe an, die werden gern aufgesprengt, wenn der rost drunter kriecht. patentrezept, um das zu verhindern, hab ich auch keins, aber vorsihtig runterklopfen, passung reinigen und dann das ganze mit irgendwas abdichten (gewindedichtpasta, 2k-kleber) kann nicht schaden.
Axel

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Re: Gelenkwellenmanschette gerissen

Beitrag von Schnafdolin » 30 Sep 2019 06:32

Das ist das komische: die Geberringe sehen aus wie aus dem Laden, wie eigentlich die gesamte Achse. Da ist nix Rost oder dergleichen. Auch innen ist noch alles in Ordnung, kein Fett oder so. Es hat nur die äußerer Manschette erwischt. Da wir in zwei Wochen eine längere Spritztour vorhaben, mache ich auch erstmal nur die linke Seite. Manschetten sind schon da, ich warte nur noch auf den Nutmutternsschlüssel. Ich muss mir nur noch den Kopf zerbrechen, wie ich die äußere Ohrschelle so flach dengeln kann, dass die nicht am Achsgehäuse schleift. Warum haben die das so doof konstruiert?!

Gruß aus der Lausitz
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Re: Gelenkwellenmanschette gerissen

Beitrag von cappulino » 30 Sep 2019 06:49


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Re: Gelenkwellenmanschette gerissen

Beitrag von Schnafdolin » 30 Sep 2019 09:08

Die Spannzange kenne ich. in der Not geht auch eine stumpfe Kneifzange. Das herausstehende Ohr muss man dann wieder herunter dengeln bzw mehrmals mit der Zange ansetzen und das herausgedrückte Ohr "flach halten", dann wird es nicht so weit herausgedrückt.
Das Problem bei den äußeren Gelenkwellenmanschetten ist, dass das Ohr der Ohrschelle am Achskörper schleift, wenn man es nicht ganz flach drückt. Mit der Spannzange geht das nicht, die drückt das Ohr eher noch ein Stück weiter nach außen. Das original von MB verbaute Spannband/die Schelle hat diesen Verschluss nicht, sie ist anders gespannt. Bei meinem sieht das in etwa so aus (Bild geborgt aus dem A2- Freunde- Forum):

Schelle beim Audi und das Werkzeug dazu

Da aber nur die überall üblichen Ohrschellen mitgeliefert wurden, muss ich die also ganz flach dengeln, denn zwischen Manschette und Achskörper ist nur ca 3mm Platz. Auf dem Bild im ersten Beitrag kann man gut sehen, dass die Manschette ein Stück im Achskörper läuft.

Gruß aus der Lausitz
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Re: Gelenkwellenmanschette gerissen

Beitrag von jo.corzel » 06 Okt 2019 19:04

Hallo Martin,

ich geh mal davon aus, das du deinen Wagen regelmäßig wartest und checkst.
Das ist ein "normales Übel" und kommt öfter mal vor, wenn du nicht lange und vor allem in feuchter Umgebung damit gefahren bist hast du sehr gute Chancen das das betroffene Gelenk keinen Schaden genommen hat.

Die betroffene Antriebswelle musst du eh ausbauen, dann siehst du auf der Werkbank ob Spiel vorhanden ist oder nicht, wenn ja Gelenk tauschen.
Ich bin nicht ganz sicher, aber das äußere Gelenk sollte tauschbar sein, das innere nicht. Die richtigen Schellen unbedingt besorgen, das mit der Kneifzange und etwas Gefühl funzt schon, wenn du gleich ein paar mehr Schellen besorgst kannst du auch mal eine verm..., ist ein Pfennigartikel.

Die andere Seite würde ich nur sauber machen und genau inspizieren, dann siehst du ob die Manschette demnächst "kommt".
Im Zweifel vor der nächsten 5000 Km Tour wechsel.

Gruß
Jo
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Re: Gelenkwellenmanschette gerissen

Beitrag von wuestenhans » 07 Okt 2019 17:21

Hallo, als bei mir die Manschetten gerissen sind ist auch Sand durch Dauerregen reingekommen.Testet man indem man die Gelenke nach dem Ausbau bewegt, es Knirscht. Man kann sowohl das äußere Gelenk, als auch das innere Gelenk von der Welle abziehen. Beim innerem Gelenk ist es nur ein Sägering.
Beim äußeren Gelenk ist es schon etwas schwieriger, dort ist im Gelenk ein Federring der nach außen gedrückt werden muss, es geht auch ohne Spezial Zange, nur brauch man dann
4 Hände. Das äußere Homogenetische Gelenk habe ich in der Bucht gekauft, den Abs Ring musste ich abziehen, abdrehen und wieder aufpressen. Gelenk auf 18° Grad Minus, den Abs Ring in Motoröl erhitzt, rutscht dann fast von selbst aufs Gelenk. Hält jetzt schon 10 000 km.
Hans
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Re: Gelenkwellenmanschette gerissen

Beitrag von jo.corzel » 08 Okt 2019 08:54

wuestenhans hat geschrieben:
07 Okt 2019 17:21
Hallo, als bei mir die Manschetten gerissen sind ist auch Sand durch Dauerregen reingekommen.Testet man indem man die Gelenke nach dem Ausbau bewegt, es Knirscht. Man kann sowohl das äußere Gelenk, als auch das innere Gelenk von der Welle abziehen. Beim innerem Gelenk ist es nur ein Sägering.
Beim äußeren Gelenk ist es schon etwas schwieriger, dort ist im Gelenk ein Federring der nach außen gedrückt werden muss, es geht auch ohne Spezial Zange, nur brauch man dann
4 Hände. Das äußere Homogenetische Gelenk habe ich in der Bucht gekauft, den Abs Ring musste ich abziehen, abdrehen und wieder aufpressen. Gelenk auf 18° Grad Minus, den Abs Ring in Motoröl erhitzt, rutscht dann fast von selbst aufs Gelenk. Hält jetzt schon 10 000 km.
Hans
wieder was dazu gelernt, danke für die Info.
Die inneren Gelenke sind nach meiner Erfahrung sehr selten vom Manschetten-Defekt betroffen, weil der Lenkeinschlag sich dort kaum auswirkt.

Gruß
Jo
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Re: Gelenkwellenmanschette gerissen

Beitrag von Schnafdolin » 09 Okt 2019 08:21

Hallo in die Runde :)

So, jetzt komme ich mal zum antworten...

Die Manschette ist getauscht, war eigentlich leichter als ich dachte. Ich hab die zwei Muttern an der Gelenkwelle außen gelöst (Zapfenschlüssel war keiner da, also mit einem sanften Schraubenzieherschlag in eine der Nuten- ging von ganz allein auf), dann das Traglager ausgedrückt, den Stoßdämpfer im Fahrerhaus gelöst, einen Holzklotz untergestellt und dann den Achslenker weggeschwenkt. Dabei die Welle aus dem Radlager gezogen und gleichzeitig aus dem Traglager heraus gezogen.
Den Seegering gespreizt, das Gelenk mit dem Fäustel nach außen herausgeschlagen und dann auf die Werkbank damit. Sand war keiner drin, das Gelenk sah aus wie neu und hatte keinerlei Verschleißspsuren. Ich hatte die Fettspritzer ja auch erst ein paar Tage vorher gesehen. Die neue Manschette aufgezogen, aber außen erste einmal offen gelassen. Dann Gelenk wieder zusammengebaut (wieder mit dem Fäustel und einer Mutter dahinter, falls doch was mit dem Gewinde sein sollte...) und in umgekehrter Reihenfolge zusammengebaut. Allerdings gings beim ersten Versuch nicht zusammen, weil der ABS- Geber vor das Gelenk gerutscht war- dessen Sicherungsblech war gleich noch gerissen, weil es anscheinend mal falsch eingebaut worden war, denn es war geknickt. Ehe ich herausgefunden hatte dass der Geber vor dem Gelenk hängt... :oops: Also noch mal alles aueinander gebaut, Geber wieder befestigt und dann relativ plug&play alles wieder zusammengebaut. Es ist eine tüchtige Fummelei, gleichzeitig die Welle in das Radlager einzufädeln und dabei das Traglager unten einzufädeln, dabei die Kabel und den Bremsschlauch nicht zu überdehnen- aber es geht. Die Spurstange hatte ich ebenfalls drangelassen und so blieb nicht allzu viel Spielraum. Der bestellt Zapfenschlüssel war immer noch nicht da, also hab ich mir einen aus einem alten Pfeifenkopfschlüssel gebaut, der hatte gerade den richtigen Durchmesser. Wenn alles läuft, kein ABS- Sensor reinrutscht, und kein Gewinde der Gelenkwelle nachgefeilt werden muss, ist der ganze Zauber in 2...3 Stunden zu schaffen.

Dann wollte ich gleich noch die Räder von vorn nach hinten tauschen, damit die groben Kötzer sich gleichmäßig abnutzen und entdecke bei der Gelegenheit gleich noch einen Federbruch hinten- und auf der anderen Seite auch gleich noch :shock: Die waren sicher schon tausende Kilometer als, so wie sie aussahen.
Gestern also eine Feder gewechselt, die andere ist heute dran. Neue Briden und Schrauben hab ich auch gleich noch besorgt.

Eine Roststelle hab ich nun doch entdeckt, bisher dachte ich, das Auto wäre rostfrei: Schaut mal die hintere Befestigung der Feder an. Innerhalb des hinteren Federbockes, der den Schäkel hält, lagern sich konstruktionsbedingt Massen an feuchtem Dreck an, der dort nie heraus kommt.

Gruß aus der Lausitz
Martin
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Re: Gelenkwellenmanschette gerissen

Beitrag von Schnafdolin » 09 Okt 2019 08:23

wuestenhans hat geschrieben:
07 Okt 2019 17:21
es geht auch ohne Spezial Zange, nur brauch man dann
4 Hände.
Hans, es geht wunderbar mit einer schmalen Zange bzw einer Seegeringzange. Ein Schlag mit dem Hammer reicht, dann springt das Gelenk über die Nut und man kann die Zange wieder weglegen.

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Re: Gelenkwellenmanschette gerissen

Beitrag von wuestenhans » 09 Okt 2019 12:45

Schön das es so gut geklappt hat.
Hans

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